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Bildung

Das namibische Bildungssystem gehört nachweislich zu den besten in Afrika. Vor allem die neuesten Alphabetisierungszahlen aus dem Jahr 2006 zeigen, dass das namibische Bildungssystem Früchte trägt. So können mittlerweile schon über 85% der über 15-jährigen lesen und schreiben. Zur Unabhängigkeit 1990 waren es knapp 40%!

Unterrichtssprache in den Schulen ist Englisch, wobei auch staatliche Schulen von dieser Vorgabe abweichen können (Privatschulen sind frei von dieser Vorgabe). So wird häufig in den ersten Schuljahren auch in einer anderen namibischen Nationalsprache, so auch Deutsch, unterrichtet.

Kindergärten gibt es im ganzen Land. Schulwoche ist normalerweise von Montags bis Freitags. Der Unterricht beginnt häufig bereits um 7.15h und geht meistens bis 13.30h.

 

Schulsystem
Das namibische Schulsystem, welches eng an das britische angelehnt ist, unterscheidet 4 verschiedene Schultypen. Die Grundschule (Primary School), die 7 Jahre dauert (Einschulung zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr) und von alle Kindern pflichtmäßig besucht werden muss. Vom 12. bis 15. Lebensjahr wird die Junior Secondary School besucht, welche nach 3 Jahren mit dem nationalen Zertifikat "Namibian Junior Secondary Certificate" endet. Danach besteht auf freiwilliger Basis die Möglichkeit für 2 Jahre die Senior Secondary School (Abschluss: International General Certificate of Secondary Education; IGCSE) und danach für weitere 2 Jahre die Pre-University (Abschluss: Higher International General Certificate of Secondary Education (HIGCSE) bzw. seit 2007 das Namibia Senior Secondary Certificate NSSC)) zu besuchen. SSC und Pre-University werden generell auf zusammen auf 2 Jahre verkürzt, so dass bis zum höchsten Schulabschluss normalerweise 12 Jahre nötig sind. Es fällt für alle Schultypen eine Schulgebühr von unterschiedlicher Höhe an. Diese ist vor allem bei staatlichen Schulen jedoch sehr gering. Alle Schultypen gibt es sowohl als staatliche wie auch private Einrichtung. Besonsers hervorzuheben sind Farmschulen, die dazu dienen den Kindern der Farmangestellten eine Grundversorgung an Bildung zu bieten. Häufig einzige Lehrkraft ist die Frau des Farmers. Das deutsche Abitur kann an der DHPS nach 13 Jahren (letztmalig 2009) bzw. 12 Jahren (ab 2009) erworben werden.


Unterschiede zu Deutschland
Für Einwanderer aus Deutschland vor allem interessant ist, dass es einige "deutsche" Schulen gibt. Grundschulen & Junior Secondary Schools finden sich in den größeren Städten (Swakopmund, Otjiwarongo, Windhoek, Walvis Bay etc.). In Windhoek gibt es neben der staatlichen Delta School Windhoek (früher Deutsche Oberschule Windhoek) noch die sehr gute und weithin anerkannte Deutsche Höhere Privat Schule (DHPS), welche auf Deutsch bis zum Abitur im 12. bzw. 13. Schuljahr führt.

In den Schulen besteht Schuluniform-Pflicht. Im Gegensatz zu vielen Schulen in Deutschland bestehen strengen Regelungen. So zählen Überprüfungen der Haarlänge, Verbot von Schmuck und Anderem in einigen Schulen zum Alltag. Häufig wird morgens auch noch bei der Nationalhymne und Flaggenhissung zum Appell gebeten. Es ist in Namibia außerdem Gang und Gebe im Internat (zumindest während der Schulwoche) zu leben, daa zahlreiche Farmkinder nicht täglich mehrere 100 Kilometer zur Schule anreisen können.


Gebühren
Folgende Abgaben müssen 2009 für den Besuch ausgewählter Schulen und Heime in Windhoek entrichtet werden:

  • Privat: DHPS (Schulgeld): N$ 17.600 bis N$ 23.800 (je nach Klassenstufe) pro Jahr; (Heim): N$ 33.500 pro Jahr
  • Privat: St. Paul's College (Schulgeld): N$ 23.110 bis N$ 36.840 (je nach Klassenstufe)
  • Staatlich: Delta (Schulgeld): N$ 2.100 pro Jahr; (Heim): N$ 10.218 pro Jahr


Hochschulsystem & Lehrsystem
Namibias Hochschulsystem (Zugang nur mit IGCSE bzw. HIGCSE) basiert vor allem auf der University of Namibia. Diese hat ihren Hauptcampus in Windhoek, unterhält aber auch einen Satellitencampus in Oshakati (Nord-Namibia) sowie zwei Campi für die landwirtschaftliche Fakultät (Neudamm und Ogongo). Hinzu kommen landesweit verstreute Studien-Zentren.

Die UNAM ist unterteilt in die Fakultäten

  • Landwirtschaft
  • Wirtschafts- und Managementwissenschaften
  • Bildung
  • Ingenieruwesene und Informationstechnologie
  • Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Rechtswissenschaften
  • Medizin
  • Sonstige Wissenschaften

Als zweite tertiäre Bildungseinrichtung befindet sich - ebenfalls in Windhoek - die Polytechnic of Namibia (vergleichbar mit einer deutschen Fachhochschule), welche Studiengänge in den Bereichen. Sie gilt als beste Fachhochschule Afrikas.

  • Ingenieurwissenschaften
  • Informationstechnologie
  • Kommunikation
  • Wirtschaft & Management
  • Natürliche Ressourcen und Tourismus
  • Buchhaltung


Des Weiteren gibt es verschiedene private Bildungseinrichtungen.

 

An der UNAM und Polytechnic können je nach Studiengang verschiedene Abschlüsse erreicht werden:

  • Certificate
  • National Diploma
  • Baccalaureus Juris
  • Bachelor's Degree
  • Diploma
  • Master's Degree
  • Doctorate.

Die Studiengebühren pro Jahr an der UNAM liegen bei ca. N$ 8.000, Universitätseigene Unterkunft & Verpflegung kostetet etwa nochmal genauso viel. Die Polytechnic erhebt je nach Studiengang und Abschluss etwa N$ 15.000 bis N$ 20.000 pro Jahr. Unterkunft und Vollpension kostet ca. N$ 25.000 pro Jahr. Hinzu kommen in beiden Fällen noch Verwaltungsgebühren.

 

Es gibt einige Lehrschulen (Vocational Training Schools; ähnlich Berufsschulen in Deutschland) z.B. im Bereich des Hotelwesens. Ansonsten findet eine berufliche Ausbildung nur praktisch in Betrieb statt. Viele deutschstämmige Kinder gehen zur Lehrausbildung nach Deutschland, da eine deutsche Lehrausbildung äußerst hoch angesehen ist.

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